Playoffs: Landesliga mit Achtungserfolg
Zum Ende einer durchwachsenen Saison reiste das Landesligateam der Falcons der Eintracht Falkensee zum
BISHL-Qualifizierungsturnier für das Landesliga Halbfinale am 21. September 2025 zu den Neubrandenburg Blizzards.
Der Spielmodus nach der Hauptrunde ist seit einigen Jahren folgender: Die ersten beiden Teams der Landesliga-Hauptrunde qualifizierten sich direkt für das Halbfinale, die beiden anderen Halbfinalgegner werden aus allen übrigen Teams der Hauptrunde an einem Turniertag ermittelt. Der Turniermodus sieht keine Mitnahme von Punkten aus der Hauptrunde vor. Alle Teams starten mit 0 Punkten. „Total reset“, alles ist möglich, die Hauptrundenergebnisse, die Falcons waren sechster von acht, sind Schall und Rauch.
Dieser zumindest merkwürdige Modus war für das Landesligateam eine Chance: nach einem holprigen
Saisonstart fand unsere Mannschaft immer besser zusammen, entwickelte ihr Spiel und rechnete sich für das
Playoff-Qualifikationsturnier Aussicht auf ein Weiterkommen aus – insofern sie in Bestbesetzung spielen…
Ein vollbesetzter Kader sollte leider – wie zu oft in dieser Saison – ein Fallstrick für die Landesliga-Mannschaft
der Eintracht aus Falkensee werden. Innerhalb der letzten Tage vor dem Turnier sagten mehrere Spieler aus
verständlichen Gründen ab. Am Morgen des Turniers sagten weitere Spieler krankheitsbedingt ab. Der schon
dünn besetzte Kader reduzierte sich um 5 Spieler. Dennoch nahmen die Falcons die lange Reise in absoluter
Rumpfbesetzung auf. Zwei Teams hatten schon im Vorfeld des Qualifikationsturniers auf ihre Teilnahme verzichtet. Falcons fliegen. Auf der Fahrt wurde ein 5+2 (Feldspieler/ Goalies) zu einem 6+1: Goalie Dario Piroddi erklärte sich bereit als Feldspieler aufzulaufen, sodass Goalie Marcel Siegeris alle Spiele durchspielen musste. Die Chancen auf ein Erreichen des Halbfinals schwanden durch diese Widrigkeiten dahin, dennoch wollte man teilnehmen, eine gute Leistung abrufen und das Beste aus der Situation machen. Falcons gehen in den Sturzflug, stürzen aber nicht ab.
Der Spielplan des Qualifikationsturniers sah für uns back-to-back Spiele für Spiel 1 und 2 vor. Danach hatten wir eine Verschnaufpause von 2 Spielen bevor das letzte Spiel anstand. Back-to-back mit 6+1 stellte eine große Herausforderung dar. Es hieß generell Kräfte einteilen, besonders bei den 2 Spielen hintereinander. Spaß haben, den Saisonausklang genießen, zusammenhalten und nicht zu viel bewegen war die Devise.

Auf die Blizzards folgte nach 10 Minuten Pause die Eisbären Juniors. In der Pause wurde kurz diskutiert, ob wir die Kraft haben weiter zu machen. Ja, haben wir, wenn wir weniger Laufen und uns hinten reinstellen. Gesagt, getan. Damit hatten die Eisbären starke Probleme. Ihnen gelang es nicht unseren angemischten Beton zu durchdringen. Kam dann doch mal Einer zum Schuss stand unser Marcel bereit und pflückte die Bälle weg.
Die Eisbären gingen irgendwann 1:0 in Führung und Mika Gromoll konnte mit einem starken Solo später zum 1:1 ausgleichen.
Zu unserem Pech fiel kurz nach dem Ausgleich Jonathan Idsellis aus. Sein Inline-Skate war defekt und wir mussten 5+1 weitermachen. An diesem Tag war unser Hockey-Glück einfach nicht mitgereist.
Es stand bis wenige Sekunden vor Schluss 2:1 gegen uns. Wir warfen alles nach vorne und suchten den
Ausgleich, der uns ins Penalty-Schießen geführt hätte. Es wurde leider nichts draus. Wenige Sekunden vor
Schluss machten die Eisbären den Deckel zu, 3:1 gegen uns.
Wir waren dran, am Ende der Kräfte und nachdem wir ja zwischenzeitlich auf 5+1 geschrumpft waren froh das
Spiel so knapp gestaltet zu haben.
Vor Spiel 3 hatten wir zwei Stunden Zeit zu regenerieren. Die Stimmung war gut, wir hatten uns nichts
vorzuwerfen, waren in Spiel 2 dran und haben uns tapfer geschlagen.
Die Überlegung „was wäre wenn wir mehr Spieler gehabt hätten“ spielte (noch) keine Rolle. Es überwog der Stolz darauf überhaupt noch zu spielen, die eigene Leistung, eine echte Chance gegen die Eisbären gehabt zu haben und der Respekt und Zuspruch, den uns die Zuschauer und die gegnerischen Mannschaften entgegenbrachten. Danke! Auch danke für die Hilfe der Neubrandenburger Organisatoren sowie Schiedsrichter Lars Krautmann beim Reparieren des kaputten Skates, sodass wir Spiel 3 wieder mit 6+1 antreten konnten.
In Spiel 3 gegen die Märkischen Löwen ging es um „nichts“ mehr.
Die beiden Halbfinalisten waren in den Blizzards und Eisbären gefunden – congrats! Wir wollten an die Leistung gegen die Eisbären anknüpfen, hinten gutstehen und Nadelstiche setzen, gegebenenfalls Richtung Spielende alles geben und … gewinnen.
Wir hielten das Spiel wieder bis zum Ende offen, liefen abermals einem ein-Tore-Rückstand hinterher.
Die letzten 5 Minuten öffneten wir unsere Defensive und warfen alles nach vorne, doch es sollte nicht gelingen. Im Spiel trafen wir zu oft „Aluminium“, die Kräfte schwanden und der Gegner machte wie schon im Spiel zuvor wenige Sekunden vor Schluss den Deckel zum 4:2 drauf. Schade.
Wir hätten mehr verdient. Eine bemerkenswerte Situation gibt es noch zu berichten: Unser zum Feldspieler berufene Goalie schoss gegen die Löwen das 1:1. Aus der Ecke in den Winkel ging die Bulette rein. Geil!
Unsere Saison ist nun vorbei. Es gibt einiges zu besprechen und es gilt neue Spieler zu gewinnen, damit wir nicht in absoluter Rumpfbesetzung spielen müssen und sich unsere Chancen auf Erfolg erhöhen. Also, wer diesen Text bis hierher gelesen hat und nicht Mitglied bei den Falcons der Eintracht Falkensee ist, melde sich.
Wir brauchen Verstärkung und sind ein tolles Team.
Lucas Wirl und Dario Piroddi